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Mein
Oberscheld
Ich
kenne ein Dörfchen, so lieblich und fein,
liegt
stolz und erhaben im Scheldetal drein,
umringt
ist´s von Bergen und schattigem Wald,
draus
jubelnde Lieder und Vogelsang schallt.
*
Ein
Bächlein, das rieselt mit murmelndem Gang,
es
lade der Fischlein zu reichlichem Fang.
Die
Wiesen, sie prangen in saftigem Grün,
gar
liebliche Blumen am Bergesrand blühen.
*
Ein
wogendes Feld vor dem Auge mir steht,
nur
Segen des Schöpfers, wohin man auch sieht,
die
Lerche steigt trillernd in Lüfte so lind,
um
zu begrüßen das heimatlich`Kind.
*
Die
Erde, sie bietet ein kostbares Gut,
das
man muss hebe mit Kraft und mit Mut,
denn
tief in den Bergen liegt reichlich und fein,
das
Eisen, das Gute, im Felsengestein.
*
Und
seh ich ins Dörfchen, ins schmucke, hinein,
da
schau ich die Lieben, beisammen daheim.
Nur
ich bin so fern, der Heimat entrückt,
kein
Auge, das liebend mich hätte beglückt.
*
Dann
fasst mich ein Sehnen, das Heimweh, so stark,
spür
nicht mehr die Kälte, die dringt bis ins Mark.
Ich
bete voll Inbrunst zum Lenker der Welt:
Herrgott,
bring mich heimwärts, nach Oberscheld!
*
Wilhelm
H e u s e r ( 1916 in
Sibirien)
Aus der Heimatschrift Mein Oberscheld von Ernst
D i l g e r 1953
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